Tipp des Monats

Echter Lavendel

(Lavandula angustifolia Mill. – früher: Lavandula officinalis, Lavandula vera)
Synonyme: Balsam, Fander, Hirnkraut, Nervenkräutlein, Schwindelkraut, kleiner Speik, Spiket, Zitterblümchen

„Alle Kräfte schlummern in deinem Geist wie Diamanten in der Mine.
Du musst nur hinabsteigen, ausgerüstet mit der Lampe der Weisheit.“

(Indianische Weisheit)

lavendelfeld

Lavendel wird seit Jahrtausenden genutzt: zum „Ausräuchern“ von Krankheitsgerüchen (auch bei Pest), als wohlduftender Badezusatz (lavare = waschen), zur Beruhigung und Schlafförderung usw. In der Provence prägen Lavendelfelder (ursprünglich wilde Gebirgspflanze) das Land und sind Markenzeichen für diese Region geworden. Seine vielfältige Wirkung und gute Verträglichkeit lies dieses Öl zur „Königsessenz“ in der neuzeitlichen Aromatherapie werden.

  • Echter Lavendel ist das ätherische Öl in der Aromatherapie mit dem größten Wirkungsspektrum.
  • Echter Lavendel zählt zu den wenigen ätherischen Ölen, die punktuell auch pur auf die Haut aufgetragen werden können (z.B. bei Schnittwunden, Verbrennungen, Aromatampons bei Menstruationsschmerzen, Insektenstichen etc.).
  • Für seine beruhigende und schlaffördernde Wirkung darf er allerdings nur sehr gering dosiert werden (sonst wirkt er anregend).
  • Auch eine überdurchschnittlich lange Anwendungsdauer ist mit Lavendelöl möglich.

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Echtes Lavendelöl sollte in keiner Haus- und Reiseapotheke fehlen!

Botanik, Gewinnung & Inhaltsstoffe

Lavendelöl wird mit Hilfe der Wasserdampfdestillation gewonnen. Dabei entsteht als Nebenprodukt das beliebte Lavendelhydrolat (Lavendelwasser), welches gerne als Gesichtswasser, zur Herstellung von Naturkosmetik aber auch als Erfrischungswasser (Spray) für heiße Sommertage eingesetzt wird.

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia; früher L. officinalis, L. vera) ist ein ca. 50 cm hoher Halbstrauch mit vielen violettblau blühenden Rispen. Die Hauptbestandteile sind Ester (v.a. Linalylacetat) und Monoterpenole (v.a. Linalool).

Je nach Anbauregion und Höhe ändert sich die Zusammensetzung des ätherischen Öls in der Pflanze. Echter Lavendel, der über 800 m Seehöhe wächst, hat einen höheren Ester-Gehalt und ist somit noch feiner im Duft bzw. vielfältiger in seiner Wirkung (bevorzugte Qualität „extra“ oder „fein“)

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Bild: Echter Lavendel

Speiklavendel (Lavandula latifolia; früher Lavandula spica, Syn. Großer Speik, Spanischer Lavendel, Gewürzlavendel) wird etwa 100 cm hoch und treibt verzweigt mit wesentlich weniger hellblauen, langgezogenen Blütenrispen aus. Seine Hauptbestandteile sind v.a. Monoterpenole (v.a. Linalool), Oxide (v.a. Eucalyptol) und Monoterpenketone (v.a. Borneon = Kampfer!). Anwendung und Kontraindikationen: in etwa wie Rosmarin ct. Borneon.

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Bild: Speiklavendel

Lavandin (Lavandula x intermedia, Syn. Lavandula hybrida, „Provence-Lavendel“) ist eine Kreuzung aus Echtem Lavendel (L. angustifolia) und Speiklavendel (L. latifolia). Die ätherisch-Öl-Ausbeute bei der Destillation ist enorm groß. Daher ist dieses ätherische Öl häufig wesentlich preisgünstiger. Billige Lavendelöle werden manchmal mit Lavandin gestreckt. Anwendung und Kontraindikationen in etwa wie Rosmarin ct. Borneon.

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Bild: Lavandin

Schopflavendel (Lavandula stoechas) wird in der Aromatherapie aufgrund des hohen Ketongehalts nicht eingesetzt.

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Bild: Schopflavendel

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Speiklavendelöl und auch so manches Lavandinöl besitzen einen beachtlichen Anteil an Borneon (Kampfer) und Eucalyptol (1,8-Cineol) und wirken somit aktivierend. Diese beiden Sorten sind in Aromaanwendungen nicht mit Echtem Lavendelöl zu vergleichen (in der Anwendung wohl eher als Alternative zu Rosmarin oder Eukalyptus globulus!).

Studien belegen die Wirksamkeit

Lavendelöl zählt zu jenen, die bereits sehr gut erforscht sind. Hervorzuheben sind vor allem jene Studien – u.a. mit Lavendelöl (bzw. dessen Bestandteilen), die der österreichische Wissenschaftler, Herr Prof. Dr. Buchbauer, durchgeführt hat. Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Studien von Herrn Prof. Dr. Buchbauer: http://www.aroma-life.at/oegwa_Backup/cms/index.php?aid=168&print=1. Auch in Graz wurden Riechstudien mit Lavendelduft gemacht. Federführend ist Univ.-Prof.in DIin Dr.in Veronika Schöpf – z.B. hier: https://kurier.at/wissen/medizin-aus-der-nase/212.312.727. Eine Studie mit Lasea(R)-Lavendelölkapseln hat ergeben, dass Lavendelöl auch bei innerer Ruhe und Angstgefühlen hilfreich ist.

Einsatzgebiete von Lavandula angustifolia-Öl

Eigentlich kann Echter Lavendel für und gegen alles (v.a. in Kombination mit anderen Ölen) eingesetzt werden. Daher sollte er in keiner ätherisch-Öl-Mischung fehlen. Die besonders typischen Einsatzgebiete sind aber folgende:

  • Schmerzen (alle)
  • sämtliche Entzündungen
  • Hautpflege
  • Hautregeneration (nach Wunden, Verbrennungen, Insektenstichen etc.)
  • Verspannungen (psychisch und physisch)
  • Lymphstauungen
  • Insektenstiche (schmerzhafte)
  • Schlafstörungen (auch bei Kindern)
  • Menstruationsbeschwerden
  • Ängsten und depressive Verstimmungen
  • Schockzustände (Anwendungsart: Trockeninhalation)
  • Raumluftreinigung
  • Insektenvertreibung
  • u.v.m.

Wirkungen: stark spasmolytisch, stark analgetisch, sehr hautpflegend, antidepressiv, kardiotonisch, sedativ (in geringer Dosierung), antiphlogistisch u.v.m.

Kontraindikationen und Vorsichtsgebote

  • bei fachgerechter Anwendung sind keine unerwünschten Nebenwirkungen bekannt

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Bild: verschiedene Lavendelsorten, die bereits geerntet wurden

Lavendelhydrolat

Ein Hydrolat („Wasser“) ist ein Nebenprodukt, das bei der Destillation von Pflanzenmaterial (hier Blüten) zur Gewinnung des ätherischen Öls entsteht. Das Hydrolat enthält somit die wasserlöslichen Inhaltsstoffe der Pflanze, während die öllöslichen in das ätherische Öl übergehen. Bitte verwechseln Sie ein Hydrolat nie mit dem billigeren Aromawasser (Aquarom)! Bei diesen wird wenig ätherisches Öl (z.B. Lavendelöl) in destilliertem Wasser emulgiert. Aromawässer enthalten somit die öllöslichen Inhaltsstoffe (manchmal auch synthetische Aromen) und werden meist als preisgünstigere Lavendelwässer im Handel angeboten. Manche Lieferanten strecken Hydrolate mit Alkohol – u.a. um sie länger haltbar zu machen. Für mich stellt dies eine Qualitätsminderung dar. Ein richtig (d.h. im Kühlschrank) gelagertes, reines Hydrolat, das mit Sprühaufsatz versehen ist, ist nach dem Einkauf etwa 6 Monate lang haltbar.

Anwendungstipps:

  • Ein-/Durchschlafstörungen: vor dem Schlafengehen 1 Sprüher Lavendelhydrolat auf die Zunge
  • zur Babypflege (Windeldermatitis, Babyakne), als Gesichtswasser, als gekühlte Kompresse bei Anspannung und Schmerzen
  • Aprés sun: nach dem Sonnenbad die Haut mit Lavendelhydrolat einsprühen und auf die noch nasse Haut Kokosöl oder Johanniskrautmazerat auftragen
  • Als Grundlage für Raumsprays gegen Insekten, Läuse und anderes Ungeziefer

Rezeptideen mit Echtem Lavendelöl (gtt.=Tr.)

Raumbeduftung
In Kombination mit Zitrusdüften oder Nadelölen können Sie mit Lavendelöl einem (kleinen) Raum mehr „Weite“ verleihen

Badezusatz „Gute Nacht“
1 EL Mandelöl (oder ein anderes fettes Öl oder 1/8 lt. Milch mit Honig)
2 gtt. Lavendel fein
3 gtt. Orange oder Mandarine
1 gtt. Melisse 10:90 in Jojoba
1 gtt. Vetiver
Hinweis: mischen Sie die Öle zuerst mit der Milch (mit Honig) oder dem fetten Öl und geben Sie die Mischung dann in die fertig eingelassene Badewanne; mind. 20 min baden

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Das Aromabad kann auch als Fußbad eingesetzt werden (gleiche Dosierung).

Erfrischungsspray
100 ml Lavendelhydrolat
5 gtt. Zitronenöl
Achtung: nicht in die Augen sprühen und vor Gebrauch immer gut schütteln (Öl schwimmt auf)

Haushaltstipps:
Verwenden Sie anstelle von Weichspüler ein wenig Apfelessig und geben Sie Lavendelöl dazu (auf 1 Liter Apfelessig etwa 100 gtt. Lavendel- oder Lavandinöl). Aber auch einige Tropfen Lavendel- oder Lavandinöl auf einem Stofftaschentuch im Wäschetrockner verleihen Ihrer Wäsche einen angenehmen Hauch von Frische. Selbstverständlich können Sie Ihre Lavendelsäckchen für den Kleiderschrank immer wieder mit Lavendelöl neu beträufeln.

Massageöl „Entspannung“
10 ml Mandelöl
1 gtt. Atlas Zeder
1 gtt. Echter Lavendel
1 gtt. YlangYlang
3 gtt. Mandarine rot

Einschlafhilfe für Kinder (auch Säuglinger) und Erwachsene
1 Tropfen (max.!) Lavandula angustifolia-Öl auf ein Taschentuch geben und dieses neben das Bett legen (z.B. auf das Nachtkästchen). Alternativ dazu können Erwachsene auch Lavendelölkapseln oder aromuli-Schlummerkugeln einnehmen.

Insektenschutzspray (Body- und Raumspray)
10 ml Bio-Ethanol mit
10 gtt. Rosengeranie
10 gtt. Echter Lavendel
10 gtt. Eucalyptus globulus
10 gtt. Pfefferminze
10 gtt. Lemongrass
10 gtt. Nelkenknospen mischen und mit
90 ml destilliertem Wasser auffüllen.
Achtung: nicht in die Augen sprühen und vor Gebrauch immer gut schütteln (Öle schwimmen auf); unbedingt auch die Haare einsprühen!

Aromatampon bei Menstruationsschmerzen
Bei Regelschmerzen können Sie 1 gtt. Lavendel (fein) pur auf einen Tampon oder eine Binde geben (am besten 1-2 Tage vor Regelbeginn damit anfangen). Damit konnte eine deutliche Linderung der Schmerzen erzielt werden (stark krampflösend)

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Achten Sie bei der Herstellung der o.a. Kompositionen auf Ihre Rohstoffe: 100% naturreine ätherische Öle und native Pflanzenöle in höchster Qualität für die o.a. Rezepturen erhalten Sie beispielsweise hier…. Beliebte feeling-Fertigprodukte mit Lavendelöl sind u.a. die Lavendel-Körperbutter, der Lavendelspray bio pur und das Lavendelhydrolat. Daneben gibt es auch noch Duftsäckchen mit Lavendelblüten und das Lavendel Dusch- und Haarshampoo.

Tipps zum leichteren Abschalten und bei Jetlag

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aromuli-SCHLUMMERKUGELN – Anwendungstipps:

  • perfekt für die Reiseapotheke: bei Ein- und Durchschlafproblemen (z.B. durch Jetlag) 3-6 Stk im Mund zergehen lassen, alle 15 min wiederholen bis man eingeschlafen ist
  • perfekt bei Prüfungsangst: wenn man vor lauter Nervosität zum sog. „Blackout“ neigt, dann empfiehlt es sich beim Lernen im 30min Takt 3-6 Stk Schlummerkugeln im Mund zergehen zu lassen und 30 min vor der Prüfung bzw. auch bei der Prüfung diese aromuli zu lutschen oder in einem Getränk aufzulösen (6 Stk. pro 250 ml)
  • Tipp: für Hunde und Pferde gibt es Relax-Aromuli (Leckerli) mit Biosaccharose (statt Birkenzucker)

aromuli sind Bonbons in Form von Globuli, die mit 100% naturreinen ätherischen Pflanzenölen aromatisiert wurden. Sie können wie Bonbons (Tiere: Leckerli) genossen oder zum Würzen von Speisen und Getränken verwendet werden. Sie sind rein pflanzlich (also vegan) und werden in liebevoller Handarbeit in unserer Manufaktur für Sie hergestellt.

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Quellenangaben:

Bücher:

[KARNER] KRUPALIJA Tina, KARNER Ingrid, „Die Kraft der wertvollsten Pflanzenöle“ Kneipp-Verlag, Wien 2014
[BRAUNSCHWEIG] BRAUNSCHWEIG Ruth von: „Pflanzenöle“ Stadelmann Verlag, 2007
[KÄSER] KÄSER Heike: „Naturkosmetische Rohstoffe“ – 2. aktualisierte Auflage Verlag Freya, Linz, 2011
[KRIST] KRIST Sabine, BUCHBAUER Gerhard, KLAUSBERGER Carina: „Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle“ Springer-Verlag, Wien, 2008,
[MARTINETZ] MARTINETZ Dieter, HARTWIG Roland: „Taschenbuch der Riechstoffe“ – 1. Auflage, Verlag Harri Deutsch, Thun und Frankfurt am Main, 1998
[WABNER] WABNER Dieter, BEIER Christiane: „Aromatherapie“ – 1. Auflage, Elsevir GmbH, München, 2009
[WERNER] WERNER Monika, VON BRAUNSCHWEIG Ruth: „Praxis Aromatherapie“ Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, 2006
[ZIMMERMANN1] ZIMMERMANN Eliane: „Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe“ – 5. aktualisierte Auflage Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, 2011
[ZIMMERMANN2] ZIMMERMANN Eliane: “Aromatherapie – Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle“ Heinrich Hugendubel Verlag, Kreuzlingen/München, 2008

Internet:
www.pubmed.com – Suchwort: Lavandula angustifolia essential oil
http://www.aroma-life.at/oegwa_Backup/cms/index.php?aid=168&print=1
https://www.kraeuter-verzeichnis.de/blog/lavendel.shtml
https://blog.aromapraxis.de/2014/11/11/lavendel-kapseln-bei-adhs/

Anmerkung: bei den o.a. Angaben erhebt die Autorin keinen 100%igen Anspruch auf Vollständigkeit oder Wissenschaftlichkeit (vgl. Standesregeln für Humanenergetik). Die Angaben stellen Zusammenfassungen aus eigenen Erfahrungen und Informationen aus den genannten Quellen dar. Die auf der Website zusammengefassten Informationen können den Besuch beim Arzt, Apotheker, Therapeuten oder Lebens- und Sozialberater NICHT ersetzen. Eine Diagnose und individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden! Die ätherischen Öle können/sollen begleitend zur Verbesserung des Wohlbefindens eingesetzt werden, sofern die Vorsichtsgebote, die Kontraindikationen, die entsprechende Ölqualität (naturrein und kbA/bio) sowie die richtige Dosierung bzw. Anwendung eingehalten wird!